Die Konditorei zum Schielenden Jim

Marek Toman

Die Konditorei zum Schielenden Jim Illustrationen Františka Loubat
Übersetzt von Raija Hauck

Vorderdeckel

Klappentext: In dieser Stadt im Wilden Westen geht eigentlich alles ziemlich schief, da ist nur ein Ge­fäng­nis und … und ein ziem­lich ge­müt­li­ches Ca­fé. Wa­rum aber ge­hen die hart­ge­sot­te­nen Trap­per ins Ca­fé? Nur um beim Schie­len­den Jim Kaf­fee und Ku­chen zu ge­nie­ßen? Nun, weil da Fräu­lein Bo­žen­ka, die aus dem fer­nen Böh­men kam, mit den Trap­pern über Bü­cher spricht. Kann die Lek­tü­re klas­si­scher Bü­cher, kann Fräu­lein Bo­žen­ka et­was bei den De­spe­ra­dos be­wir­ken? Wa­rum sol­len sie sich für den Gra­fen von Mon­te Chris­to oder Ro­meo und Ju­lia in­te­res­sie­ren? Und wa­rum kam die Bi­blio­the­ka­rin von so weit her in den Wil­den Wes­ten? Und dann kommt ei­nes Ta­ges der Li­te­ra­tur-​Gang­ster Dan­te Skunk Shake­spea­re in die Stadt. Wer wird den li­te­ra­ri­schen Zwei­kampf ge­win­nen? Ma­rek To­mans leich­te Wes­tern-​Pa­ro­die ist ein Kin­der­buch, das auch Er­wach­se­ne be­geis­tern kann — en­thu­sias­ti­sche Le­ser und Le­se­rin­nen, sol­che, die es wer­den wol­len, und sol­che, die ih­re Lie­be zum Buch wei­ter­ge­ben wol­len. Die Il­lus­tra­tio­nen stam­men von Fran­tiš­ka Lou­bat. Das Buch wur­de in Tsche­chi­en 2019 mit dem Li­te­ra­tur­preis „Gol­de­ne Schlei­fe“ aus­ge­zeich­net.

Zusatzinformation: Den Zusammenhang mit Karl May stellt Paul Hüb­scher in seiner Besprechnung her, der wir fol­gen­de Pas­sa­gen ent­nehmen:

… Die Indianergeschichte führt auf ein weiteres Thema: den Hass, den die Weißen, auch in die­ser Ge­schich­te, auf die In­dia­ner emp­fin­den. Hier nun lässt Bo­žen­ka ih­re Leu­te — Karl May le­sen, Aus­schnit­te aus Win­ne­tou I über die Bluts­brü­der­schaft zwi­schen Win­ne­tou und Old Shat­ter­hand, so­wie Mays Aus­las­sun­gen über die schlech­te Be­hand­lung, die die Wei­ßen den In­dia­nern an­ge­dei­hen las­sen …

… Im Übrigen finden wir noch weitere Späße auf anderen Meta-Ebenen in diesem Buch. Und hier ist auch das Buch als phy­si­sche En­ti­tät ge­meint. Das Buch ist als Klapp­bro­schur er­schie­nen, und auf der vor­de­ren Klap­pe fin­den wir — an Stel­le der üb­li­chen Lo­bes­hym­nen von Au­to­ren­kol­legIn­nen und Kri­ti­kerIn­nen — Be­mer­kun­gen zu die­sem Ro­man vom Per­sonal sel­ber, aber auch von Karl May und von Ale­xan­dre Du­mas …

Ähnlich ironisch-parodistisch handhabt der Autor auch die Fuß- bzw. Endnoten. Ne­ben sach­li­cher In­for­ma­tion (die auch kor­rekt ist) fin­den wir da­rin im­mer wie­der wit­zi­ge Be­mer­kun­gen und Sei­ten­hie­be — sei es auf die Fi­gu­ren und de­ren Hand­lun­gen, sei es auf die zu er­klä­ren­den Wör­ter. Im­mer­hin soll­te nicht ver­schwie­gen wer­den, dass To­man (wohl be­wusst) ei­nen sehr ela­bo­rier­ten Wort­schatz pflegt — ela­bo­rier­ter je­den­falls, als es ei­nem Kind zu­zu­trau­en ist. Das muss halt dann ir­gend­wie er­klärt wer­den und ist viel­leicht auch eine klei­ne Ab­rech­nung un­ter Au­to­ren mit je­nem Karl May, des­sen Win­ne­tou die böh­mi­sche Bi­blio­the­ka­rin der­art in den Him­mel hebt. …

Paul Hübscher

Verlag: Verlag Dieter von Reeken Lüneburg

ISBN 978-3-85435-945-6

Kartoniert (Klappen-Broschur) | Format: 23,1 × 15,4 cm | Umfang: 200 Seiten

Bestellen | Preis: 14,95 €

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